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15.11.2021

Review: Heart of Darkness (RTG)

heart-of-darknes (1).jpgArtur “Arti” Jarosik hat das Spiel Heart of Darkness aus dem Jahr 1998 auf AmigaOS portiert, benötigt wird neben den Daten des PC Originalspiels vor allem ein aufgerüsteter Amiga - ein 68060 mit RTG - oder Apollo-Prozessor werden empfohlen.

Story: Im Schutz einer Sonnenfinsternis hat sich der Erde ein von Schatten bewohnter Himmel­s­körper genähert. Für den jugendlichen Helden wäre das an und für sich kein Grund zur Sorge, doch leider schnappt sich der Meteor den treuen Hund “Buddy”. Da­raufhin packt der Junge Waffen, Kamera und Proviant in sein selbstge­zim­mertes Flugvehikel und düst zum Planet der Schatten. Dort erwartet ihn statt seinem Hund eine aufregende Landschaft: Nach der Bruch­landung inmitten zerklüfteter Canyons robbt und klettert Ihr durch Felsen, in denen die ersten Schattenfeinde lauern. Am Anfang schwingt Ihr noch eine Laser-Wumme, doch diese Waffe verspeist der erste Mittelgegner. Damit wird aus dem Bal­lerabenteuer (vorläufig) ein reines Jump’n’Run! 

heart-of-darknes (2).jpgIhr überspringt nun Abgründe und hoppst von Fels zu Fels über einen monsterbewachten Teich. Nebenbei nutzt Ihr auch Lianen, um Hindernisse zu überwinden. Ihr schwimmt und schleicht, klettert und spurtet. In besonderen Spielsituationen wird Euch die Steuerung aus der Hand genommen: Die Kamera zoomt und eröffnet eine FMV-Einspielung, die Euch mit neuen Gefahren (oder Verbündeten) vertraut macht. Neben der Ge­schicklichkeit wird von Anfang an auch Euer Auge gefordert: Nur wenn Ihr ­bestimmte Fels- und Pflanzen-Mechanis­men auslöst, öffnen sich Euch Trampel­pfade durch die feindlich gesonnene Natur. Je nach Rätsel spielt auch die Reihenfolge Eurer Aktionen und Handlungen eine Rolle (darauf muss man erstmal kommen): Erst betäubt Ihr beispielsweise die hungrige Fauna, dann kraxelt Ihr flink an einer magischen Bohnenstange aus dem Raum.

heart-of-darknes (3).pngNeben der Spielmechanik hat Heart of Darkness auch den Schwierigkeitsgrad mit den genannten Action-Adventure-Vorgängern gemein: Der Tod lauert ­überall, ungezählte Male wird Euer Held von Schatten zerrissen, von Pflanzen ­gefressen oder in einen Abgrund geschubst. Gerade habt Ihr zwischen den Kiefern eines skelettierten Riesen­-Dino­sauriers sicheren Halt gefunden, da knirschen auch schon die toten Gelenke – wer nicht rechtzeitig verduftet, wird ­zermalmt!

Trotz der ungezählten Gefahren und ­einiger komplizierter Rätsel kommt Ihr (vor allem auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad der drei wählbaren) zügig voran, denn Heart of Darkness kennt weder eine feste Anzahl von Leben, noch ein “Game Over” oder “Continue”. Reißt Euch ein falscher Schritt ins Verderben, beginnt Ihr den Abschnitt nach einer Ladepause wieder von vorne. Mehr als fünf Bild­schirme werdet Ihr nie zurückbefördert – die Rücksetzpunkte dienen gleichzeitig als Speicherstation. Zwar könnt Ihr ­überall sichern, doch nach dem Laden eines Spielstandes taucht Ihr immer an einem der fest definierten Rücksetz­punkte auf. Auf dem Amiga wird lediglich mittels Tastatur gespielt. Mein Joypad wurde jedenfalls nicht erkannt und in die hierfür gedachten Optionen bin ich nicht hereingekommen.

wertung_heartofdarknes.jpgFazit: Auf entsprechender Amiga Hardware oder WinUAE ein Action-Adventure mit toller Pixel Grafik wie aus einem Zeichentrickfilm. Und auch auf dem Amiga mit netten Videosequenzen. Leider bleibt spielerisch sehr wenig über. Neben vielen Durchhängern, nerven unlogische Rätseleinlagen und unzählige Tode, weil vielerorts pixelgenaues Timing abgefragt wird. Nimmt man die ganzen FMV raus und schiebt der Grafik eine untergerordnete Rolle zu - kommt man nicht umhin den Jump&Shoot Mix bestenfalls als mäßig zu werten, welche die hohen Systemanforderungen nicht gerecht werden. Dann doch lieber ein natives Amiga Spiel wie z.B Ruff ‘n’ Tumble.

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Admin - 17:03 | Kommentar hinzufügen